Sommerschlussverkauf kontra Tagesgeldkonto

Alle Jahre wieder – Sommerschlussverkauf

Viele warten darauf, fiebern ihm regelrecht entgegen und das hat seinen Grund. Die Rede ist vom alljährlich wiederkehrenden Sommerschlussverkauf. In Zeiten nämlich, in denen die Lebenshaltungskosten sehr hoch sind und in denen so manche Familie den Cent zweimal umdrehen muss, kommt ein solcher Schlussverkauf gerade recht. Der Hintergrund ist schnell erklärt. Die Händler möchten beispielsweise Ware, die aufgrund eines Jahreszeitenwechsels nicht mehr oder nur sehr schleppend zu verkaufen wäre, (Beispiel Sommerkleid im Dezember) durch diese Aktionen Platz schaffen. Platz nämlich für Ware, die der bevorstehenden Jahreszeit dann angepasst ist Rabatte in schwindelerregenden Höhen winken und lassen einen Einkauf für viele zur wahren Freude werden. 30% bis 50% Prozent Rabatt sind dabei keine Seltenheit, in Ausnahmefällen ist auch schon einmal die Rede von bis zu 70% Rabatt.

Dabei ist der virtuell erwirtschaftete Gewinn mitunter höher als beispielsweise die Zinsen beim besten Tagesgeldkonto. Nehmen wir als Beispiel einmal ein Tagesgeldkonto, auf welchem sich ein Guthaben von 5.000 € befindet. Bei einem angenommenen Zinssatz von 2,5 % würde dieses Tagesgeldkonto einen Gewinn von 125 € im Jahr erwirtschaften. Gehen wir weiter von einem Einkauf während des Sommerschlussverkaufes aus, bei dem SSV Ware, die außerhalb der SSV Saison rund 300 € gekostet hätte, erworben wird. Nehmen wir weiterhin einmal einen durchschnittlichen SSV Rabatt i.H.v. 50% an, so läge der tatsächlich gezahlte Kaufpreis für diese Ware bei 150 €. Hieraus ergäbe sich im Vergleich zum regulären Kaufpreis eine Preisersparnis von 150 €, also mehr, als ein Tagesgeldkonto mit einer Einlage von 5.000 € innerhalb eines Jahres gebracht hätte. Eine auf den ersten Blick zwar sehr verblüffende, in jedem Fall aber realistische Erkenntnis. Läge der Wert der gekauften Waren höher, so würde der so erwirtschaftete Gewinn im Vergleich zum Tagesgeldkonto sogar noch weitaus größer sein.

Keine falschen Rückschlüsse
Nun kann die Devise natürlich nicht lauten: Tagesgeldkonto abräumen und mitten hinein mit dem ganzen Bargeld in den Sommerschlussverkauf. Sicher, der Handel würde sich freuen, das Geschäft würde blühen. Die Rechnung würde rechnerisch, aber eben nur rechnerisch aufgehen. Denn ganz ehrlich, was wollte man mit einem vollgestopften Kleiderschrank, gefüllt mit Sommertextilien im Wert von 5.000 € mitten im Winter?